"Alles auf Anfang" ?

Spendenaufruf

Helfen Sie jetzt den Künstlern, die bislang nicht durchgehend gefördert werden oder keine gesicherten Einnahmen haben.

Das Corona-Virus trifft die Hamburger Musikszenen hart, von heute auf morgen fürchten Musiker*innen und Veranstalter*innen um ihre Existenz. Sie stehen vor gravierendsten finanziellen Einbußen, da Kulturbetriebe Veranstaltungen seit einigen Wochen verschieben oder ganz aussetzen müssen. Diese Maßnahmen sind zwar vollkommen richtig, um die Verbreitung des Virus weiter einzudämmen. Sie entziehen den selbstständigen Musikschaffenden aber ihre Haupteinnahmequelle und Existenzgrundlage: die Einnahmen aus Auftritten.
Die Lage der Hamburger Musiker*innen ist prekär. Die Mehrheit der Betroffenen hat keine Verträge mit Ausfallversicherungen, keine Rücklagen oder Ausfallbürgschaften. Angestellte Verhältnisse für Musiker*innen sind in der Regel selten. Ohne schnelle Hilfe werden Tausende von selbständigen Musiker*innen zum Sozialfall.

Wo Sie jetzt spenden können

Wir haben für Sie hier eine Link-Liste zusammengetragen, wo Sie jetzt helfen können. Jeder Betrag ist willkommen!

Hamburgische Kulturstiftung

Hilfsfonds für Künstler*innen in Hamburg LINK
Spendenkonto: Hamburgische Kulturstiftung
IBAN: DE24 2012 0000 0052 7570 28, Stichwort: »Hilfsfonds«

BBK Berufsverband bildender Künstler*innen Hamburg

LINK

Deutsche Orchester-Stiftung

LINK

Jazz Federation Hamburg

Spendenkonto: Jazz Federation Hamburg
IBAN: DE62 2005 0550 1215 1342 12 Stichwort “Krisenfonds”
Die Mittel aus dem vorerst bis zum 28.4. geöffneten Fonds werden anschließend an Musiker*Innen, deren Konzerte im Stage Club oder in der Jazz Kitchen abgesagt wurden verteilt.

Clubstiftung

Stiftung zur Stärkung privater Musikbühnen Hamburg
LINK

Feldtmann Kulturell gGmbH

Verteilt die Spenden an die von ihr unterstützten Künstler*innen, die noch nicht durchgehend gefördert werden oder keine gesicherten Einnahmen haben.
Spendenkonto: Feldtmann Kultutell gGmbH
IBAN: DE86 2005 0550 1051 2221 13, Stichwort: »Corona Soforthilfe«
Bei Einzelzuwendungen bis 200,00 EUR ist ein „vereinfachter Nachweis“ steuerlich ausreichend, zum Beispiel ein PC-Ausdruck der Buchungsbestätigung. Auf Wunsch werden Spendenquittungen ab Beträgen von 200,00 EUR ausgestellt, wenn eine postalische Anschrift bei der Überweisung übermittelt wird.

Wir erleben gerade einen Kulturbruch

Senator der Behörde für Kultur und Medien Hamburg
Carsten Brosda
Foto: ©Bertold Fabricius

“Natürlich kann man jetzt ganz viele Diskussionen darüber führen, ob man Dinge nicht grundsätzlich anders machen soll. Nur: Wir haben die Zeit gerade nicht. Wir müssen den Leuten jetzt akut helfen.
Es reicht von einzelnen Künstlerinnen und Künstlern, denen von heute auf morgen das Einkommen fehlt, bis zu den großen Theaterbetrieben, denen in kürzester Zeit riesige Summen fehlen. Deswegen geht es jetzt auch um Geschwindigkeit.
Ich mache mir Sorgen, dass wir an vielen Stellen gewachsene Strukturen verlieren könnten. Wir müssen vor allem denen helfen, die bislang nicht durchgehend gefördert werden. All diejenigen, die zum Beispiel mit einzelnen Ausstellungen, Auftritten, Projekten und ab und an mal einer Zuwendung oder einer Projektförderung oft an der Prekariats Grenze leben. Da wird es ganz schnell ganz schwierig. Wir dürfen die Menschen da nicht allein lassen.
Ich hoffe, dass wir aus der gegenwärtigen Situation ein gesteigertes Bewusstsein für die Bedeutung von Kulturorten mitnehmen – wir spüren nämlich gerade, was uns fehlt, und das wird noch stärker werden. Die Zeit danach kann unglaublich spannend werden, aber jetzt müssen wir erst mal da durchkommen.“

Auszüge aus dem Interview geführt von Christoph Twickel, Hamburg / ZEIT online
Das ganze Interview lesen Sie hier

Dreiviertel meines Jahreseinkommens
fallen erst mal weg

Nathan Ott, 30, Jazz-Schlagzeuger und Komponist aus Berlin
Foto: ©nathanott.com

ZEIT online über Künstler-Arbeitslosigkeit durch Corona

„Im Vergleich zu meinen Musikerkolleginnen und -kollegen habe ich die Auswirkungen der Corona-Epidemie eher spät gemerkt. Mein Konzert in München vergangene Woche war noch ausverkauft. Daran merkt man auch, dass ich als Jazzmusiker in einer Nische unterwegs bin. Die meisten Konzerte finden an kleinen Veranstaltungsorten statt, die sind schnell voll. Im Jahr spiele ich zwischen 100 und 150 Auftritte in 20 bis 30 verschiedenen Band-Konstellationen. In den letzten zwei Tagen habe ich allerdings allein für April zehn Absagen bekommen. Für März sind noch einige Veranstaltungen in der Schwebe, aber die werden sicherlich auch ausfallen.

Ende April sollte ich außerdem in Deutschland auf Tour gehen, um mein neues Album zu präsentieren. Ich arbeite mit einem US-amerikanischen Jazzsaxofonisten zusammen und glaube nicht, dass er auch nur darüber nachdenkt, einzureisen. Das trifft mich am härtesten, weil damit Dreiviertel meines Jahreseinkommens erst mal wegfallen. Ich habe zwar laufende Verträge, aber niemand ist verpflichtet, mir einen Ausgleich zu zahlen – die aktuelle Situation fällt ja unter den Paragrafen „höhere Gewalt“, der Ausgleichszahlungen und Ähnliches ausschließt. So geht es den meisten Künstlerinnen und Künstlern.

Jazzmusikerinnen und -musiker stehen ohnehin am unteren Ende der Nahrungskette. Viele von uns verdienen unter 10.000 Euro im Jahr. Das ist in unserer Branche ganz normal und in Berlin sowieso. Insofern ist bei uns keine so dramatische Stimmung, wir waren schon immer Überlebenskünstler.“

Quelle: ZEIT online